In einem neuen Artikel des VBIO (Verband Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland) geht es um eine Übersichtsarbeit von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin (veröffentlicht im Journal of Environmental Psychology, https://doi.org/10.1016/j.jenvp.2026.103114) zum Thema: Natur erholt nicht nur, sie stärkt uns auch ohne vorherigen Stress.
In dieser neuen Übersichtsarbeit zeigt sich, dass der positive Einfluss der Natur auf unsere mentale Gesundheit bisher unterschätzt worden sein könnte.

Die Kernpunkte der Studie im Überblick:
- Forschungslücke („Blind Spot“): Bisher konzentrierte sich die Umweltpsychologie vor allem auf restorative (erholende) Effekte – also darauf, wie Natur nach Stress oder geistiger Erschöpfung regeneriert.
- Das Konzept der instorativen Wirkung: Die Forscherinnen argumentieren, dass Natur auch instorativ (stärkend) wirkt. Das bedeutet: Sie verbessert Aufmerksamkeit, Stimmung und Wohlbefinden selbst dann, wenn Menschen vorher gar nicht gestresst oder erschöpft waren.
- Ergebnisse der Auswertung: Bei der Analyse von 54 Studien zeigte sich eine Schieflage (45 restorative vs. 8 instorative Studien). Dennoch zeigten die wenigen instorativen Studien durchweg positive Effekte auf die kognitive Leistung und Stimmung ausgehend von einem neutralen Zustand.
- Bedeutung für die Stadtplanung: Grünflächen in Städten, Schulen und am Arbeitsplatz sind nicht nur „Pause- und Erholungsorte“, sondern eine aktive Ressource zur Förderung von Resilienz, Konzentration und psychischer Gesundheit im Alltag.
(Quelle/Originalstudie: Prugger & Kühn, Journal of Environmental Psychology, 2026)
